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Das Geschäft mit den geretteten Tieren

Zwei unserer Reisenden befinden sich im Moment im Krüger Nationalpark in Südafrika und haben heute an einem sogenannten "Lion Walk" (Spaziergang mit Löwen) in der Lion Tree Top Lodge ganz in der Nähe der von uns gebuchten Cheetah Paw Eco Lodge teilgenommen.

 

Unbewusst haben sie uns zu unserem neuen Blogartikel rund um Spaziergänge oder anderweitige Interaktionen mit verschiedenen wilden Tieren inspiriert.

 

Wo kann der Tourismus zum Schutz verschiedener Tierarten beitragen und wo schadet er dem Tierschutz?

 

Im südlichen Afrika gibt es fast keine Lodge, die nicht Elefanten Spaziergänge, Löwen Wanderungen etc. anbietet.

 

Befragt man einige Lodgebesitzer danach wird schnell klar:

ihre Sichtweise ist oft eine andere als unsere. Die Tiere – in unserem aktuellen Beispiel im Krüger Nationalpark sind es weiße Löwen – werden oft aus der Gefangenschaft, aus einem Zirkusbetrieb o. ä. brutalen Einrichtungen befreit. Ein Lodge-Mitarbeiter kümmert sich um die Tiere und in Südafrika beispielsweise ist eine gewisse Anzahl an Hektar Land zur Haltung von Löwen festgeschrieben.

In der Wildnis könnten diese Tiere nicht mehr überleben und würden schnell entweder einen qualvollen Hungertod sterben oder selbst zu Fraß werden.

 

Wir hinterfragen natürlich jedoch: warum müssen Elefanten, weiße Löwen und Co. dann trotzdem zur Touristen-Show werden?

 

Hierbei geht es zum einen um die Gelder, die gleichzeitig zum Unterhalt der Tiere irgendwie beschafft werden müssen.

 

Außerdem können die Einnahmen zu einer Information über teilweise katastrophale Zustände, über die Wilderei in den Nationalparks und über das Tiersterben beitragen.

 

Die Lodges selbst bieten Tierinteraktionen an, um „attraktiv“ für Besucher zu bleiben. 

Dabei geht es nicht nur um deutschsprachige Besucher, die in der Regel ein relativ hohes Umweltbewusstsein haben, sondern um Reisende aus aller Welt. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. 

 

Wir als Reiseveranstalter regen regelmäßig vor Ort an, dass solche Tier-Interaktionen beendet werden und sämtliche Wildtiere eine artgerechte Haltung erfahren können. So haben wir beispielsweise dazu beigetragen, dass das Straußenreiten in Südafrika in der für Straußenzucht bekannten Ortschaft Oudtshoorn abgeschafft wurde. Wir wurden nicht müde, in den vergangenen Jahren in Lodges Kritik zu üben, wieso mit Elefanten Fußball gespielt oder auf ihnen geritten wird. Heute sind wir stolz darauf, dass die Elefanten an einigen Orten nur noch gefüttert, nicht mehr geritten oder bespielt werden dürfen.

 

Auf jeder unserer Inspektionsreisen besuchen wir Lodges und sortieren solche, in denen die Tiere an Leinen oder unter Medikamenten gehalten werden, konsequent aus.

 

Nichts desto trotz möchten wir unseren Reisenden ein authentisches Bild vermitteln, damit sich jeder sein eigenes Bild machen kann und keine heile Welt präsentieren, die es nicht gibt. Wir versuchen so nachhaltige Lodges wie nur möglich zu buchen, sind uns jedoch bewusst, dass ihr vor Ort ein zwiespältiges Bild erleben werdet und eventuell in die ein oder andere Situation geratet, die euch nachdenken lässt.

 

Im Preis der Lodges im Krüger Nationalpark (und vieler anderer Parks) sind in der Regel neben den Mahlzeiten jeweils 2 Pirschaktivitäten pro Tag inkludiert und man hat die Wahl zwischen verschiedenen Tierbesichtigungen: Pirschfahrten, Busch-Wanderungen und oft auch Interaktionen in umliegenden Lodges. Besucher wählen ihre Aktivitäten selbst aus, die Ihnen bei Anreise vorgestellt werden. Wir werden zukünftig noch stärker Aufklärungsarbeit leisten und all unsere Reisenden über die Art und Weise der Aktivitäten genauestens informieren.

 

Denn Fakt ist: werden die Interaktionen nicht mehr nachgefragt, wird es bald auch kein entsprechendes Angebot mehr geben.

 

Wir freuen uns über eure Meinung, Ideen, Anregungen zu diesem Thema, per Kommentar, Nachricht oder oder oder!