Ein Stück Geschichte meets afrikanische Gemütlichkeit

....na zum Glück hatten wir eine Vollkaskoversicherung.

 

Essenstechnisch hatten wir in all den Camps keinerlei Probleme. Auch wenn es in Südafrika sicherlich noch keine nennenswerte Anzahl Veganer gibt, so konnten uns die Köche immer etwas Leckeres auch ohne tierische Inhaltsstoffe servieren. Dabei waren sie auch sehr kreativ. Statt Fleischersatzprodukte gab es Gemüse, Salat, Getreide, Obst, usw. In Hülle und Fülle. Bis auf den ein oder anderen Faux-Pas (wie bitte, da ist Gelatine in unserem Dessert!?), lief alles reibungslos und wir gingen immer satt und zufrieden ins Bett. Allerdings gehört veganes oder vegetarisches Essen in Südafrika nicht zwangsläufig auf jede Speisekarte. In jedem Camp gab es zum Frühstück standardmäßig Eier in allen Variationen - natürlich auch mit Speck. Auch zum Abendessen ist alles sehr fleischlastig. Beim sogenannten “Braai”, dem südafrikanischen Pendant zum Grillfest kommt vom Zebra bis zum Gnu alles auf den Rost. Man sollte seine Essenswünsche also immer frühzeitig in den Lodges anmelden, dann steht den kulinarischen Highlights der Reise nichts im Wege.

Nach ca. zehn wunderschönen Tagen im Busch, ging es für uns so langsam wieder in Richtung Zivilisation. Unser erster Stopp sollte auch gleichzeitig unser Letzter sein: Johannesburg. Zum Abschluss entschlossen wir uns noch das größte Township Südafrikas anzusehen. Soweto war bis 2002 eine eigenständige Stadt, gehört aber mittlerweile zu Johannesburg dazu. Der Stadtteil hat sich zu einer vielschichtigen Gegend entwickelt. Viele Menschen leben dort immer noch in Wellblechhütten, ohne Strom und

fließend Wasser, jedoch hat sich in den letzten Jahren auch eine breite Mittel- und Oberschicht gebildet. Man findet in Soweto also auch Villen mit edel geschmückten Einfahrten. Wir besichtigten in Soweto auch das Mandelahaus, das noch bis kurz vor seinem Tod von ihm bewohnt wurde. Originale Möbelstücke und persönliche Gegenstände vermitteln ein authentisches Bild seines Lebens. Am

Meisten bewegte uns das Hector-Petersen-Museum. Dort wird an die Vergangenheit von Soweto erinnert - an die Apartheid, die Aufstände und die vielen Menschen, die auf Grund Südafrikas rassistischer Bildungspolitik umkamen. Stellvertretend für sie, steht das Hector-Petersen-Memorial zu Ehren des gleichnamigen Jungen, der erst 12 Jahre alt war und im Zuge der Aufstände erschossen wurde. Das Museum zeigt viele original Bild- und Tonaufnahmen diesen Tages - den 16. Juni 1976.

Unsere letzten Nacht verbrachten wir in einem Vorort von Johannesburg – Kempton Park. In unserem Hotel, das in einer Art Vergnügungsviertel lag inklusive Polizei-Sirenen a la New York und fröhlichem Gekreische der Partypeople nebenan, mussten wir kurz vor der Heimreise noch echte afrikanische Geduld beweisen. Die Hausherren hatten die Gemütlichkeit weg und wir warteten schon mal auf einen Snack statt angekündigte 15 Minuten, 1 Stunde -  eine echte Zerreißprobe für die deutsche Pünktlichkeit. In der Zwischenzeit genossen wir die Sonne im tropischen Garten.

 

Schlussendlich – ca. 4 Stunden vor Abflug - entschieden wir uns, unseren Autoschaden lieber bei der Polizei anzumelden, um versicherungstechnisch auf der sicheren Seite sein. Dies entpuppte sich als weniger gefährliche (Oh mein Gott! In Johannesburg auf der Polizeistation?) als als durchaus amüsante Erfahrung: drei gelangweilte Damen füllten eine Art Spickzettel nach einigem Small-Talk und langen Verhandlungen, ob sie unsere Sonnenbrillen (die wir teilweise für nur wenige Euro auf einem Markt auf unserer veganen Marokkoreise erstanden hatten, also nichts mit Versace oder Gucci) behalten dürften, aus und da Velantinstag war, gaben sie uns auch noch den Tipp mit auf den Weg: forget all men! Nach zwei schönen Wochen saßen wir wieder am Flughafen und

warteten auf unseren Airbus, der uns wieder nach London bzw. Berlin bringen sollte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns von Südafrika. Lachend, weil wir bald wiederkommen, ganz sicher! Weinend, weil wir nicht noch länger bleiben konnten.

Als i-Tüpfelchen kamen wir einen Tag vor unserem Gepäck in Berlin an. Doch mit so vielen Aufnahmen in der Tasche und so glücklich und müde wie man nach solche einer Reise ist, war uns das auch schon egal.

 

Wir hoffen, wir konnten euch mit unseren Blogartikel mit Afrika verzaubern.

 

Vom 02.10.  bis 15.10.16 könnt ihr gemeinsam mit uns die Regenbogennation entdecken, wenn es heißt "Vegan unterwegs in Südafrika".

Hier kommt ihr zur Reise:

Wir freuen uns auf euch!

 

Eure Carolin und eure Jenny

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