Impala-Kacke-Weitspucken und andere Kuriositäten

Endlich wartete der Krüger Nationalpark auf uns! Auf dem Weg dorthin wurden wir gleich zwei Mal von der Polizei angehalten, die uns für Verkehrsdelikte belangen wollten, die wir nicht begangen hatten. Die Gebühr dafür wollten sie direkt in bar und ohne Beleg

haben. In so einem Fall ist es wichtig nicht gleich zu zahlen und sich nicht auf diese Art der Korruption einzulassen. Ein entsprechender Anti-Corruption-Ausweis kann man sich im Vorfeld im Internet ausdrucken.

 

Unser Ziel war das Thorny Bush Game Reserve, das sich im sogenannten Outer Kruger befindet. Wir wurden in einem kleinen Camp mit vier Zelten untergebracht. Die Atmosphäre war daher eher ruhig und familiär. Man stelle sich jedoch kein Camp mit einfachem Zelt, Isomatte und Plumpsklo vor, denn man wird vielmehr in einer Art Hütte mit großem Himmelbett und angeschlossenem (Open-Air)-Bad untergebracht. Auch Campingmuffel wie ich fühlen sich dort pudelwohl. Das gewisse Abenteuerfeeling blieb trotzdem nicht

aus, denn wir wurden strikt darauf hingewiesen, uns nachts nicht allein zwischen Rezeption, Restaurant und den Zelten fort zu bewegen. Die Camps sind nicht abgezäunt, so dass zwischen Wildtieren und Menschen theoretisch keine Barriere besteht. Löwen, so sagte man uns, wurden erst vor ein paar Tagen im Camp gesichtet. In so einem Fall solle man sich einfach ganz ruhig verhalten

und langsam rückwärts weg gehen. Leichter gesagt als getan, wenn einem eines der mächtigsten Tiere der Welt gegenüber steht. Doch zugegebenermaßen sind wir für Löwen weder Feind noch Beute, solange wir nicht wie von der Tarantel gestochen weg rennen. Denn “Only food runs”. Da Löwen aber nun mal sehr nachtaktiv sind und im Dunkeln auf die Jagd gehen, ist die Sicherheitsvorkehrung, sich stets von einem Ranger zum Zelt begleiten zu lassen, sehr sinnvoll. Trotzdem brauchte es ein paar Tage bis ich mich an den Gedanken gewöhnen konnte, dass jederzeit ein wildes Tier meinen Weg kreuzen könnte. Durch die überschaubare Größe des Camps freundete man sich mit den anderen Bewohnern recht schnell an. Wir teilten Tisch und Safariauto mit jeweils einem Paar aus Holland, Australien und Ghana. Wir verstanden uns alle blendend und so waren wir fast schon wehmütig als wir uns auf den Weg zu unserer nächsten Station machten.

 

Doch auch das nächste Camp begeisterte uns nicht weniger. Es lag in der Timbavati Game Reserve, nahe des, für Deutsche-Sprachuntalente kaum auszusprechenden, Ortes Hoedspruit. Unser Camp haute uns auf jegliche Art und Weise um. Es war nicht luxuriös, aber in seiner Einfachheit gerade zu perfekt! Unser “Zelt” verfügte über einen kleinen Balkon, von dem aus wir Elefanten und Büffel beim Passieren beobachten konnten. Ihr Weg führte geradezu zum Wasserloch, dass auf einer Anhöhe so angelegt ist,

dass man es vom ganzen Camp aus im Auge hat. Während wir also am Pool lagen, wurden wir von den tierischen Bewohnern der Timbavati Game Reserve bestens unterhalten. Wasser umher spritzen oder kleine Meinungsverschiedenheiten wer denn jetzt mit Trinken dran sei, gehörten zum Standardprogramm. Bei so einem Anblick brauchte man nicht einmal ein gutes Buch, denn die Bilder die die Tiere boten, waren einfach unvergleichlich und die Kamera glühte heiß. Auch hier machten wir wieder ganz besondere Bekanntschaften mit Chilenen, Amerikanern und Engländern. Dort hatten wir auch die spektakulärsten Safaris, denn der Tierreichtum war phänomenal. Unser Guide fuhr uns dank des Spurenlesers immer zu den besten Stellen. Wir kamen z.B. einer Herde Löwinnen beim Abendnickerchen so nahe, dass es mir alles andere als Wohl dabei war. Dabei entstanden grandiose Fotos, wie ihr sehen könnt.

Das dritte Camp was wir besuchten, war auf Safaris zu Fuß spezialisiert, d.h. man war ohne den Schutz des vermeintlich sicheren Safarifahrzeugs der Wildnis ausgeliefert. Selbstverständlich hatte unser Ranger für den schlimmsten Notfall eine Waffe dabei. Jedoch wurde uns versichert, dass diese seit Eröffnung des Camps nie im Einsatz war. Trotzdem gab es einige Regeln zu befolgen. Wir sollten hintereinander im Gänsemarsch gehen, nicht reden, keine hektischen Bewegungen machen und nur ganz neutrale Farben tragen. Niemand wollte ganz hinten gehen, schließlich fühlte man sich als das letzte Glied der Kette doch ein wenig schwach und ausgeliefert. Trotz des mulmigen Gefühls hat die Tour großen Spaß gemacht. Der Kick des Unbekannten hat diese Safari zu etwas ganz Besonderem gemacht. Und der Aspekt, dass wir zum ersten Mal in unserem Leben einem Sport nachgegangen sind, den wir vorher nicht kannten: Impala-Kacke-Weitspucken. Unser Ranger meinte, das gehöre zu einem echten Bush-Walk dazu und wir wollten ja schließlich keine Drückeberger sein. Todesmutig und nach Absicherung bei unserem Ranger, dass die Kacke auch wirklich nur aus Heuballen bestand, nahmen wir die kleinen Kügelchen in den Mund und spuckten, was das Zeug hielt. Keine von uns wollte als Verliererin hervorgehen.Wir hatten auch das Glück, ein weißes Nashorn zu finden, welches aber immer

wieder panisch vor uns weg rannte. Scheinbar sah es uns als große Bedrohung an.

 

Auf dem Weg aus der Game Reserve raus verfuhren wir uns ganz schrecklich und fuhren plötzlich durch die wildesten Schlaglöcher. Unser eher Seifenkisten ähnliches Auto flog über Stock und Stein und machte Geräusche, die man als Autofahrer lieber nicht hören möchte. Der Unterboden polterte und die Bremsen quietschten. Zu guter Letzt fuhren wir noch auf einen Ast, der so ungünstig

hoch schnappte, dass eines der Vorderlichter zertrümmert wurde.

 

... spannend geht es auch in unserem letzten Blogartikel, den wir in den nächsten Tagen veröffentlichen werden! Wir hoffen, es hat euch bis hierher Spaß gemacht!

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